Disclaimer: Die Handlungsorte und Charaktere (außer Kaida, Cahal, Rango, Branwen, Jodokus und den andere Edokis) sind alle das geistige Eigentum von JK Rowling. Ich habe sie mir nur für meine Geschichte ausgeliehen! Dies ist eine FanFiction, ich hab´s also nur aus Spaß geschrieben, und um die großartigen Geschichten von JK Rowling zu würdigen. This is just a Tribute!..
“Todesse”, sagte ich tonlos.
“Gentleman”, sagte er im gleichen Atemzug noch lächelnd, doch dann sah er ebenfalls auf seinen Arm. Erschrocken, so als ob er es selbst grad erst bemerkt hätte. Das Dunkle Mal.
Zitternd ging ich einige Schritte rückwärts, zog die Träger wieder hoch und schaute kurz zur Tür. Sie war noch da! Zum Glück, ein Ausweg…
“Kaida es…”
“Es ist ganz anders, als es aussieht?”, schrie ich ihn an, “Du bist verdammt noch mal ein Todesser. Du bist in SEINEM Gefolge!” Panik kroch in mir hoch. “Was für ein Spiel soll das werden? Und das hättest du nicht irgendwie vorher sagen können? Hast du gedacht ich übersehe DAS?” Ich ging rückwärts auf die andere Seite, wo meine Schuhe standen. Ich wollte ihm nicht den Rücken zuwenden. Angst und Verzweiflung spiegelten sich in seinem Gesicht. Ich wollte das nicht glauben…
“Kaida, lass mich erklären. Bitte! Ich hatte keine Wahl…”, rief er flehend. Seine Augen sprachen Bände. Ich wusste, dass er die Wahrheit sagte. Aber ich konnte nicht bleiben… Mittlerweile stand er vor mir und wieder einmal griff er nach meinem Handgelenk.
“Lass mich los! Lass mich los! Lass mich los!”, schrie ich gequält. Mir schien es, als brannte die Berührung wie Feuer. “Lass mich gehen!” Tränen stiegen in meine Augen. “Warum?”, schrie ich ihm ins Gesicht.
“Ich hatte keine Wahl, bitte glaub mir, ich hatte keine Wahl. Geh nicht. Verlass mich nicht SO!”, auch Dracos Augen füllten sich mit Tränen, er fiel auf die Knie. “Geh nicht. Bitte.” Er sah zu mir hoch, ohne Hemd, eine Träne rann über seine blasse Wange. Wohl aus purer Verzweiflung griff er nach dem Saum meines Kleides.
Ich wollte gehen, diesen Raum verlassen, in dem er mich schon einmal so verletzt hatte. Wollte ihn vergessen, vergessen wer und vor allem WAS er war.
“Ich kann nicht… ich will nicht…”, es war, als schnürte etwas meine Kehle zu. Das selbe etwas, das auch mein Herz zusammendrückte und in meinen Eingeweiden wütete. Der Zauberer, den ich liebte, war ein Todesser.
“Er… er hätte sonst… er hätte meine Mutter getötet…”, brachte er heraus, konnte mir aber nicht in die Augen sehen. Ganz leise, fast kaum hörbar fügte er hinzu: “…und mich auch.”
“Draco… ich… Es tut mir leid. Aber ich kann nicht… Lass mich damit klar kommen… ich weiß nicht was… Ich muss gehen. Aber vielleicht… Ich muss hier raus!”, mit diesen Worten nahm ich meine Schuhe, raffte mein Kleid hoch und lief zur Tür. Ich drehte mich nicht um, denn ich wusste, ein Blick in seine Augen und ich würde bleiben.
“Kaida, bitte geh nicht! Du bist das einzige, das mir geblieben ist!”, war das letzte, das ich hörte, bevor ich die Tür hinter mir zuschlug. Ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten, auch die Tränen konnte ich nicht zurückhalten. Ich ließ mich auf den Boden sinken, mit dem Rücken zur Tür, und weinte.
Das konnte doch verdammt noch mal nicht wahr sein! Erst wird alles immer besser, Draco kommt nach Hogwarts zurück, geht mir nicht mehr aus dem Weg… wir haben die Chance allein zu sein und uns zu verabschieden und dann so was! Wie konnte er mir das nur antun? Hätte er nicht eher etwas sagen können?
VERDAMMT! Warum?
“Miss sollte nicht auf dem kalten Steinboden sitzen, nein!”, sagte eine leise, piepsige Stimme. Layla! Schnell wischte ich die Tränen aus meinen Augen.
“Layla, was machst du denn hier?”, fragte ich verdutzt.
“Na ja… die Feier ist gleich zu Ende und Layla soll Dumbledore Tee zum einschlafen in sein Büro stellen”, antwortete die Elfe schulterzuckend.
Die Feier zuende? Wie lange hatte ich denn hier gesessen? Ich musste hier schleunigst weg…
“Soll Layla die junge Miss in ihren Schlafsaal bringen, ja?”, fragte sie dann.
“Nein, ich möchte nicht zu den anderen..”, seufzte ich. Sie würden merken, dass etwas nicht stimmt. Ich konnte Draco nicht verraten, trotz allem nicht.
“Möchte die junge Miss mit in die Küche? Da gibt es ein altes Sofa, auf dem der Schulleiter oft sitzt wenn er uns besucht… Ich kann Sie hinbringen!”, plapperte sie begeistert.
Die Küche? Aber alles war besser als hier rumzusitzen…
“Ähm, ja ist gut, ich komme mit. Kennst du eine Abkürzung? Ich möchte keinem mehr über den Weg laufen…”, murmelte ich, während ich aufstand. Meine Beine waren eiskalt und ganz steif…
Layla grinste nur und nahm mich an die Hand. Ich hörte nur ein Plopp und es wurde dunkel… plötzlich stand ich in der Küche, neben einem gemütlichen, alten Sofa, das nah an einem großen Ofen stand. Es war wunderbar warm… Die Hauselfen wuselten geschäftiger als sonst durch die ganze Küche, doch als Dobby mich unmittelbar nach unserem Auftauchen entdeckte ließ er es sich nicht nehmen, mir eine Decke zu bringen.
“Sie sehen aus, als ob ihnen sehr kalt ist, junge Miss!”, sagte er, bevor er wieder in der Masse verschwand.
Und er hatte Recht, trotz der Wärme hier wurde mir nicht richtig warm. Layla bugsierte mich auf ein Sofa, gab mir eine alte Decke und brachte mir einen Tee. Sie lächelte schüchtern doch als sie den Tee abgestellt hatte, verschwand sie ebenfalls wieder. Ich wollte ja allein sein, andererseits fühlte ich mich noch einsamer als ich sowieso schon war.
Draco Malfoy, ein Todesser wie sein Vater. Ein Untergebener des Dunklen Lords.
Das wollte nicht in meinen Kopf! Er hatte meine Hand gehalten, mich umarmt, mich geküsst! Wir waren im Begriff gewesen, miteinander zu schlafen… Irgendwie. Und dann macht dieses Ding auf seinem Unterarm alles zunichte.
Aber er hatte doch keine Wahl! schrie etwas in mir… doch man hat immer eine Wahl. Doch was war seine Wahl? Riskieren, dass seine Mutter und er getötet werden? Nein, das ist keine Wahl… aber er hätte Dumbledore um Hilfe bitten können! Aber… die Malfoys jemanden um Hilfe bitten? Und dann noch Dumbledore? Ausgeschlossen… Andererseits war doch alles besser, als ein Todesser zu werden und sein Leben dem Unsäglichen zu verschreiben… oder? Warum mussten ausgerechnet wir zur Zeit dieses verdammten Krieges leben? Warum musste dieser verdammte Krieg grade unsere Liebe so unmöglich machen?
Mein Blick fiel auf die eine große Uhr an der Wand. Es war schon nach fünf… in nicht ganz zehn Stunden würde ich auf dem Weg nach Deutschland sein, und von dort nach Japan reisen… Um zwölf musste ich bei Dumbledore im Büro sein. Ich hatte nicht mehr viel Zeit, um mich zu entscheiden…
Wollte ich ihn noch mal sehen? Ganz klar: Ja!
Konnte ich damit umgehen, was er war? Nein.
Aber er hatte die ganzen Wochen über gesagt, er würde mir die Wahrheit erzählen… und was hatte er jetzt noch zu verlieren? Er war mir die Wahrheit schuldig. Und er hatte Recht: Ich konnte ihn nicht so verlassen!
“Layla? Kannst du mich zurück in den siebten Stock bringen?”, rief ich in die Küche. Ich hatte nur diese Chance. Und ich war froh, dass die Elfe nickend auf mich zugelaufen kam und mir ihre Hand entgegenhielt. Sie war fast wie eine Freundin…
Der Flur im siebten Stock war kalt und leer. Der Wandteppich hing wie immer dort, alt und verstaubt. Doch die Tür war nicht da.
Ich versuchte es mit dem Wünschen, lief den Flur auf und ab und wünschte mir von ganzem Herzen, zu ihm zu können… Nichts. Nach einer geschätzten Viertelstunde sank ich hoffnungslos dort auf den Boden, wo die Tür hätte sein sollen. Langsam wurde mir wirklich kalt. Warum musste nur jetzt alles so furchtbar schief laufen? Warum er? Warum ich?
Da saß ich allein ein einem kalten Flur, in einem dünnen Kleid auf dem Boden und mein Schluchzen hallte von den Wänden wieder. Vielleicht war Draco schon gar nicht mehr hier… Bei dieser Kälte würde ich dann wenigstens eine ordentliche Erkältung mit nach Japan nehmen.
“Warum muss alles immer so furchtbar kompliziert sein?”, flüsterte ich vor mir hin, “Warum kann ich mich nicht mal in einen normalen Kerl verlieben?”
“Weil er dich nie so lieben könnte wie ich es tue!”, sagte eine Stimme, jemand legte mir eine Decke über die Schultern. Ich blickte hoch.
Neben mir stand Draco, er sah ziemlich fertig aus. Hinter ihm war die Tür zum Raum der Wünsche, sie war einen Spalt weit geöffnet.
“Würdest du mir zuhören, Kaida?”, fragte er dann und sah mich aus traurigen, grauen Augen an, die blonden Haare hingen ihm ins Gesicht.
“Ja, deswegen bin ich zurückgekommen. Ich möchte Antworten, Draco. Ohne kann ich nicht gehen…”, antwortete ich ernst. Er hielt mir seine Hand hin, doch ich nahm sie nicht, sondern stand alleine auf und ging ohne einen weiteren Blick an ihm vorbei in den Raum der Wünsche.
Dieser hatte sich schon wieder verändert. Statt des Diwans fanden sich in der Mitte des Raumes ein gemütliches Sofa und zwei flauschige Sessel, vor einem stand eine dampfende Wanne. Ein Fußbad!
Ohne auf Draco zu warten setzte ich mich in den Sessel, wickelte mich fester in die Decke und tauchte meine Füße langsam in das heiße Wasser. Es duftete leicht nach Jasmin. Irgendwie hatte ich nicht realisiert, dass meine Schuhe schon vor Stunden verloren gegangen waren…
Doch ich fasste mich schnell. Dies war kein Wellnessurlaub.
“Draco, du hast mir mal gesagt, dass du mir irgendwann alles erklären würdest. Du hast mal gesagt, ich würde die Wahrheit bald erfahren. Wenn nicht jetzt, wann dann?”, fragte ich, ohne Bitterkeit und Zweifel aus meiner Stimme verbannen zu können.

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