Disclaimer: Die Handlungsorte und Charaktere (außer Kaida, Cahal, Rango, Branwen, Jodokus und den andere Edokis) sind alle das geistige Eigentum von JK Rowling. Ich habe sie mir nur für meine Geschichte ausgeliehen! Dies ist eine FanFiction, ich hab´s also nur aus Spaß geschrieben, und um die großartigen Geschichten von JK Rowling zu würdigen. This is just a Tribute!

Unsere Gelegenheit heute Nacht würde noch kommen, da war ich sicher. Wenigstens einige Minuten wollte ich mit Draco alleine sein, bevor ich ihn morgen für immer verlassen musste… Das war der einzige Gedanke, den ich während des Festessens hatte. Ich hörte Dumbledore nicht mal bei seiner für seine Verhältnisse doch recht langen Rede zu. Denn nach dem Essen wurde getanzt und gefeiert, ein leerer Platz würde nicht auffallen…

Zu meinem Unglück hatten sich Mandy und Roger allerdings recht schnell auseinandergelebt. Der Brief von Michael an Mandy heute Morgen wird seinen Teil dazu beigetragen haben… Roger dachte sich also, jetzt könnte er ja mit mir tanzen. Also nichts mit reden… Draco schaute zu mir herüber, aber wieder konnte ich nicht zu ihm. Ich trat Roger einige Male absichtlich auf die Füße, so dass er bald von mir abließ. Als er zum Tisch zurückkehrte, verschwand ich in der Menge auf der Tanzfläche (Wer waren all die Leute, und wo kamen die her??) und schlug mich zu dem Tisch der Slytherins durch. Blaise kam mir mit einer strahlenden Pansy an der Hand entgegen, anscheinend gab sie ihm noch eine Chance. Als er dicht an mir vorbei ging, zwinkerte er mir zu. Ich meinte ein leises Danke für den Tipp zu hören…

Draco saß recht verlassen am Tisch und schwenkte verträumt sein Weinglas.

?Ähm… hi!?, hauchte ich nervös, als ich neben ihm stand. Fast erschrocken drehte er sich zu mir.

?Ach du bist es. Es ist schön dich zu sehen?, sagte er lächelnd, ?Hast du Lust eine Runde an die frische Luft zu gehen? Ist so warm hier.?

?Ja, gerne?, dabei war mir kalt… mein Kleid hatte nur dünne Träger, den Umhang hatte ich oben gelassen. Wie ein Gentleman bot Draco mir seinen Arm an und führte mich zur Tanzfläche. Anstatt zu tanzen gingen wir allerdings gradewegs Richtung Eingangshalle. Zum Glück war das Schlossportal offen, da sich mehrere Gäste draußen erfrischen wollten. In der Großen Halle war es wirklich etwas stickig. Unglücklicherweise war die frische Luft draußen weit unter Null Grad kalt!

?Kaida, du zitterst ja!?, bemerkte Draco sofort. Er streifte gekonnt seinen Umhang ab und legte ihn mir um die Schultern. Da stand er nun in dem schwarzen Hemd… und fror auch.

?Ach, das geht schon…?, ich wollte nicht, dass er wegen mir fror. Aber süß war es.

?Nein, nicht dass du krank wirst?, er sah mir in die Augen, ?Ich werde nicht zulassen, dass es dir schlecht geht, wenn es in meiner Macht steht, es zu verhindern.?

?Das weiß ich?, flüsterte ich. Mein Herz schlug bis zum Hals.

?Danke für die Uhr. Sie ist wundervoll… ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Damit hätte ich niemals gerechnet. Sie kam genau im richtigen Moment…?, Dracos Stimme war rau und traurig, ?Andererseits versuche ich, dich aus dem Kopf zu kriegen.?

?Draco, wir haben noch diese eine Nacht. Dann werden wir uns wohl nie wieder sehen und vermutlich nichts voneinander hören. Du wirst mich vergessen müssen. Aber nicht jetzt. Unsere Freunde wissen was los ist, wir sollten diesen Abend nutzen. Es ist der letzte?, meinte ich traurig. Verdammt, ich wollte doch nicht anfangen zu heulen! Es war schwer, die Tränen zurück zu halten.

?Ja, der letzte. Aber trotzdem könnte dich diese Nacht mit mir in Gefahr bringen!?, antwortete Draco. Ich sah, dass er hin und hergerissen war.

?Diese Gefahr ist mir egal! Dieser verdammte Krieg ist mir egal! Ich werde ab morgen weit weg davon sein. Du bist in Gefahr. Du bewegst dich auf dünnem Eis. Ich habe Angst um dich?, gestand ich. Was, wenn er zwischen die Fronten geriet?

?Mach dir keine Sorgen um mich. Ich werde nicht sterben. Ich werde überleben!?, flüsterte Draco und legte seine Hände an meine Hüften und zog mich zu sich. ?Ich werde nicht sterben, ich warte hier auf dich!?

?Das kannst du mir nicht versprechen?, sagte ich leise, mit gebrochener Stimmt. Ich war ihm so nah wie schon lange nicht mehr.

?Nein, aber ich kann es dir sagen, damit es dir leichter fällt zu gehen?, flüsterte der Syltherinprinz und sein Gesicht war meinem noch näher.

?Es ? wird ? mir ? nie ? leicht ? fallen?, keuchte ich. Ich wusste nicht, was ich tun wollte. Mein Herz raste, meine Beine waren weich. Mein Blick verlor sich in seinen grauen Augen, huschte jedoch auch auf seine Lippen. Ich wollte ihn küssen. Ihn bei mir spüren, ihm nah sein…

?Was macht ihr zwei denn hier draußen? Es gibt gleich die Vor-Mitternachts-Suppe. Und dann ist schon fast zwölf!?, Pansys keifende Stimme zerbrach die Spannung zwischen uns. Draco nahm die Hände seufzend von meinen Hüften und trat einen Schritt zurück. Er seufzte enttäuscht, warf einen Blick auf seine Taschenuhr. Es war nicht mal elf!

Trotzdem folgten wir Pansy zurück in die Große Halle. Vermutlich war sie eifersüchtig und hing noch irgendwie an Draco. Aber konnte ich was dafür? Nein. Mandy guckte neugierig herüber, als sie uns reinkommen sah. Und Roger kam sofort zu uns gelaufen.

?Kaida, wir wollten doch noch tanzen!?, rief er und winkte, noch bevor er uns erreicht hatte. Draco legte jedoch demonstrativ den Arm um mich und blickte ihm herausfordernd entgegen.

?Oh, ähm… das kann man ja auch nachholen?, murmelte Roger und machte kehrt. Draco ließ mich sofort wieder los und sah sich unschlüssig um.

?Was ist los, was hast du??, fragte ich. Konnte er nicht diesen einen Abend einfach zu allem stehen?

?Wenn uns jemand sieht, der… meinen Vater kennt, könnte dich das in große Gefahr bringen. Lass uns lieber wieder hier verschwinden. Glaubst du wir können noch…?

?… in den Raum der Wünsche? Ja, lass es uns versuchen?, stimmte ich seinem Vorschlag zu. Ich ließ ihn einfach stehen und schlängelte mich durch die Menschen. Wenn wir unabhängig voneinander gingen, würde es nicht so auffallen.

In der Eingangshalle sah ich mich um, als niemand mir nach sah raffte ich mein Kleid hoch und nahm die vielen Treppenstufen in Angriff. Ich hatte vergessen, wie viele Flure und Treppen man bis in den siebten Stock bewältigen musste…

Grade als ich zum dritten Mal an der Wand vorbeigelaufen war, kam Draco auch an. Die Tür erschien wie sie es früher getan hatte. Wie würde der Raum nun dieses Mal, dieses aller letzte Mal aussehen?

Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als Draco mir die Tür aufhielt und ich einen Blick in den Raum der Wünsche warf. Er war jetzt sechseckig, und in jeder Ecke stand ein hoher schwarzer, verschnörkelter Metallkerzenständer mit 13 silbernen Kerzen. In der Mitte hing von der Decke ein Kristall-Lüster und darunter befand sich ein großes, gemütliches Diwansofa mit vielen Kissen und Decken. Es war wie geschaffen und unseren letzten gemeinsamen Abend.

Leise schloss Draco die Tür hinter sich. Während ich mich umsah nahm er meine Hand, dann küsste er flüchtig meinen Hals. Ein wohliger Schauer lief meinen Rücken hinunter.

?Ich wollte eigentlich erst wiederkommen, wenn du weg bist?, gestand er flüsternd, ?Doch es gab Probleme zu Hause. Und ich wollte dich noch ein letztes Mal küssen…? Unbewusst fasste er sich an die Schramme auf seiner Stirn.

?Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, dich noch mal zu sehen…?, sagte ich leise und sah zu Boden. Dann nahm er mich in den Arm. ?Ach Draco…?

Er hielt mich nur fest, sonst nichts. Er streichelte über meine Schultern und es war schön, seine warmen Hände auf meiner Haut zu spüren. Seine Nähe tat gut und vertrieb meine Angst vor Japan. Vorm allein sein. Die Zeit blieb stehen, da waren nur noch er und ich. Er sah mich mit seinen grauen Augen an und ich versank ihn ihnen wie in einem tiefen See.

?Glaubst du es gibt eine Chance, dass wir uns irgendwann wiedersehen??, hauchte in sein Ohr. Glück und Verzweiflung rangen in meinem Brustkorb wie wilde Tiere, mein Herz zog sich zusammen. Ich wollte schreien und wegrennen und doch hier bei ihm sein. Was war das nur?

?Ich weiß es nicht, Kaida. Aber, um ehrlich zu sein möchte ich einfach nur jetzt bei dir sein. Es ist unser letzter Abend…?

?…Unsere letzte Nacht…? Ich lächelte ihn schüchtern an.

Und endlich bekam ich den Kuss, nach dem sich meine Lippen schon den ganzen Abend sehnten! Ich hatte schon fast vergessen, wie weich seine Lippen waren, und ich schmeckte den schweren, süßen Wein, den er eben noch getrunken hatte.

Seine Hände glitten von meinem Schultern den Rücken hinunter, er fasste meine Hüfte und zog mich ganz nah zu sich. Ich spürte seinen Herzschlag und seine Wärme. Wie sehr hatte ich mir das gewünscht!

Ich legte meine Arme um seinen Hals, mit der einen Hand griff ich in sein weiches, blondes Haar. Warum konnte die Zeit jetzt nicht stehen bleiben? Wieder überrollte mich eine Woge von Zweifeln und Angst. Ich löste mich von ihm und trat einen Schritt zurück.

?Draco, was soll nur werden??, fragte ich mit zitternder Stimme, ?Ich kann nicht verdrängen, dass ich weggehe. Ich kann nicht vergessen, was deine Eltern getan haben. Ich habe Angst um dich!?

?Nicht nur du hast Angst?, flüsterte er so leise, dass ich es eher von seinen Lippen las, als hörte. In seinen Augen spiegelten sich Schmerz und Verzweiflung.

Ich drehte mich um, ging zu dem Diwan und setzte mich, den Rücken immer noch zu Draco gewand . Ungeschickt nestelte ich an dem Verschluss meiner Schuhe herum, bis sich das Riemchen endlich öffneten. Dann schwang ich meine Beine auf den Diwan und zog sie an meinen Körper, schlang meine Arme um meine Schienbeine und das Kinn legte ich auf meine Knie.

Ich spürte, wie er sich hinter mir auf das Polster kniete. Er legte ganz vorsichtig die Hände auf meine Schultern. Dann zog er mich zu sich, so dass ich mich an ihn lehnen musste. Ich drehte mich zu ihm um, schmiegte mich an ihn und legte meine Hand auf seine Brust. Er nahm mich in den Arm, sagte aber nichts.

?Was ist, wenn er diesen Krieg gewinnt??, fragte ich nach einer Weile vorsichtig. Die Stille war gespenstisch…



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