..oder: Was passiert, wenn ich rauche?
Ich weiß, dass unter meinen Lesern einige Raucher sind. Und ihr könnt gerne weiterrauchen, so viel ihr wollt. Ich will niemanden irgendwie überreden aufzuhören, ich denke die meisten sind alt genug, um selbst zu wissen, was sie tun.

Aber zufällig nehmen wir in Histologie grade die Atemwege und die Lunge durch, da hat unser Prof einen kleinen Exkurs zum Thema Lungenkrebs und andere lustige Krankheiten gemacht. Ich meine, jeder weiß, dass Rauchen zu Lungenkrebs führen kann. Zu Impotenz führen kann. Und die meisten haben auch schonmal ein Bild von einer Raucherlunge gesehen.

Nur wissen glaube ich eher wenige, was genau beim Rauchen mit dem Körper passiert und was es noch für Begleiterscheinungen gibt.Fangen wir mal vorne an. Die Luftröhre (auf k-l-u-k: Trachea) hat die berühmten Flimmerhärchen. Sie spaltet sich in die Bronchien auf, die sich wiederum in Bronchiolen aufspalten und DIE spalten in den Bronchiolous temporalis, von wo einige Bronchioli respiratores (?) abgehen an deren Ende die Alveolen sitzen. Da findet der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid statt.

Das Flimmerepithel (so heißt das richtig, denn da sitzen keine Härchen, sondern die Zellen haben so härchenähnliche Ausstülpungen) reicht ziemlich weit in die kleinen Luftgefäße hinein. Oben drauf sitzen 3 Schichten Schleim, die Fremdkörper abfangen und entweder aufhalten, bis Fresszellen (Makrophagen) kommen und die fressen oder bis die Fremdkörper durch das Flimmern so weit Richtung Rachen getragen werden können, dass man sie mit dem Schleim abhusten kann.

Zu diesen Fremdkörpern gehören so Sachen wie Feinstaub und anderer Krams, der in Zigarettenrauch ist. Teer zum Beispiel.
Wenn man aber raucht, dann wird das Flimmerepithel faul, hört auf zu flimmern und der ganze Schmodder bleibt in der Lunge. Die Fresszellen können damit auch nix anfangen, fressen es vielleicht, aber hängen sich damit an die Ecke. Die ganzen Partikelchen, der Teer und was da sonst noch ist verbleiben in der Lunge.

Grade Teer, der ja zu Mutationen im Erbgut führt, und somit Krebs auslöst, bleibt also in der Lunge. Ziemlich blöd.

Desweiteren werden aber die kleinen Alveolen zerstört.

Die muss man sich etwa wie Schaumbläschen oder winzige Seifenblasen vorstellen. Dadurch, dass es viele kleine sind, bilden sie eine große Gesamtoberfläche, so dass der Sauerstoff sehr gut aufgenommen werden kann.
Durch das Rauchen kommt es aber dazu, dass die kleinen Bläschen kaputt gehen und zu größeren verschmelzen. Dadurch widerum verkleinert sich die Gesamtoberfläche der Lungenbläschen und es kann weniger Sauerstoff aufgenommen werden.

Das nennt man auch Lungenemphysem oder auch Bläh-Lunge.
Je länger man raucht, desto mehr Lungenbläschen gehen kaputt. Das führt dazu, dass man immer häufiger nach Luft ringt und schließlich nicht mal mehr aus dem Sessel aufstehen kann ohne blau anzulaufen… Und das ist nicht übertrieben.
Schlussendlich ist die Folge eines Lungenemphysems, dass man ganz langsam und ganz qualvoll erstickt. Es gibt keine Medikamente, um das rückgängig zu machen. Aufhalten kann man die Erkrankung, wenn man früh genug aufhört zu rauchen. Vielleicht.

Fast so lustig wie Lungenkrebs, gell?
Naja, über Lungenkrebs wisst ihr sicher genug… Das Risiko zu erkranken, wenn man regelmäßig über längere Zeit täglich über 35 Kippen raucht, liegt bei fast 45%.
Wenn man Pfeife oder Zigarreraucht, ist das Lungenkebsrisiko geringer, dafür erkrankt man eher an Kehlkopfkrebs, Zungenkrebs oder Lippenkrebs (bei den letzten beiden kann man dann so Sachen wie Knutschen und Cunilingulus vergessen).
Magenkrebs ist generell sehr hoch im Kurs. Bei Männern wird auch Prostatakrebs begünstigt.

Zum Abschluss dann noch ein Bild von einem Raucherbein, gefunden in einem Artikel über Raucherkrankheiten mit anderen tollen Bilder.

Also, wie gesagt, es muss jeder selbst wissen, was er tut. Solange man nur sich selbst kaputt macht, ist das okay. Vielleicht solltet ihr nur ein Auge auf Nichtraucher in der Näheren Umgebung werfen.
Denn auch die werden krank. Man hört so oft von Leuten, die ihr Leben lang nie geraucht, dafür aber mit einem Raucher/einer Raucherin zusammengelebt haben und dann an Lungenkrebs sterben.

Tut euren Mitmenschen sowas nicht an. Schon gar nicht denen, die ihr liebt.
Und vielleicht raucht ihr selbst einfach weniger… Denn wenn ihr sterbt, dann reißt ihr ein Loch in das Leben derer, die euch lieben. Ihr lasst sie einsam zurück – nur für ein bisschen blauen Dunst. Irgendwie doof, oder?



8 Kommentare zu “Wie ruiniere ich meine Lunge”

  1. Mem said:

    Du glaubst ja gar nicht, wie geil es ist, sowas zu lesen und sich nicht angesprochen fühlen zu müssen. \o/

  2. Demian said:

    Fühl mich auch nicht angesprochen – ich huste den ganzen Schmodder ja morgens raus^^

  3. Demian said:

    Äh, kannste mir mal das PW rüberjagen? Das’ irgendwie verlustig gegangen. Und beeil dich bitte…wenn’s nach dem geht, was da oben steht, hab ich nicht mehr lange^^

  4. Silberblut said:

    Schon unterwegs ;-)
    Schreibs dir doch auf n Post-it und klebs an den Monitor!

  5. ginger09 said:

    ich find deinen Artikel gut, nur 2 Bilder sind weg.. Gerade vom RAucherbein…
    Ist schon ne ecklige Sache, vielleicht solle man doch darüber nachdenken mal wieder aufzuhören… aber stellen sich die Lungenbläschenwieder her?

  6. Silberblut said:

    Nein, bei einem Lungenemphysem wird es immer schlimmer bis man erstickt. Die Lunge bleibt geschädigt… Hin ist hin.

  7. Matze said:

    Deine Methode ist eine schlechte Methode, die Raucher zu überzeugen, dass das Rauchen nur Nachteile hat. Das wissen die nämlich selber. Und was macht ein Raucher, wenn er Bilder einer Raucherlunge und einem Raucherbein sieht, kurz gesagt: wenn er Angst hat? Richtiiiig: Eine Rauchen.
    Es nützt nichts, den Rauchern eine Schock-Therapie zu unterziehen, da diese sich in den wenigsten Fällen als nützlich erweist.

    Aus reiner Willenskraft aufzuhören: Das ist fast unmöglich. Dabei spreche ich aus Erfahrung. Und selbst wenn man es geschafft hat, hat man auch noch Jahre danach ab und an das Verlangen nach Nikotin.

    Daher kann ich nur jedem Raucher, der aufhören möchte empfehlen: Lest das Buch “Für immer Nichtraucher” von Allen Carr.

    In kurzen Worten zusammengefasst: Man unterzieht sich einer Art “Gehirnwäsche”. Man kriegt auf verträgliche und einfache Weise vor Augen geführt, dass es dumm ist zu rauchen. Ohne Schock-Therapie.
    Bestes Beispiel ist folgender Satz: “Ein Raucher raucht, weil er sich wie ein Nichtraucher fühlen will.” Oder: “Wenn man arbeitet und sich vornimmt danach zu rauchen stellt sich die Frage: Warum bestraft man seinen Körper dafür, dass er gearbeitet hat?”

    Die körperliche Sucht.. Na klar, die ist auch dem Buch noch da. Aber auch recht schnell vorbei. Ein paar Tage rauchfrei und man hat es überstanden.
    Durch dieses Buch kriegt man aber weitestgehend das weitaus größere Problem genommen: Die geistige, also psychische Sucht.
    Das ist nämlich letztendlich die, die Ex-Raucher auch nach Jahren der Abstinenz immernoch dazu bewegen will, wieder rückfällig zu werden.

    Zum Schluss ein kurzes Statement zur Person Allen Carr:

    Allen Carr war lange Jahre Kettenraucher und hat dann den Absprung vom Nikotin geschafft. Leider zu spät – wenn ich mich richtig erinnere, ist er 15 Jahre nach seiner letzten Zigarette an Lungenkrebs gestorben.

  8. Silberblut said:

    Danke für deinen informativen Beitrag, Matze :)

    Aber ich glaube du hast mich missverstanden. Dies ist ein informativer Artikel und keine “Methode” um Raucher zum aufhören zu bewegen. Zum einen wollte ich was über das eher unbekannte Lungenemphysem schreiben. Und ich möchte, dass Raucher darüber nachdenken, was sie tun.

    Das hing mit dem besagten Histologiekurs zusammen. Wenn dort in der Diskussion Studenten erzählen, wie sie dabei zusehen mussten, wie der geliebte Opa qualvoll und langsam am Lungenemphysem erstickt… oder wie es war den Vater/die Mutter die letzten Monate im Krankenhaus zu besuchen.

    Mein Vater ist selbst starker Raucher und (noch) gesund. Aber der Gedanke, dass er wegen des Rauchens vielleicht nicht mehr erleben könnte, dass ich meine Promotion abschließe oder mich an meiner Hochzeit deswegen nicht zum Altar führen kann… das macht mich super traurig.

    Raucher sollten darüber nachdenken, dass das Rauchen nicht nur sie betrifft, sondern auch die Menschen, die sie lieben.

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