Einige von euch haben sicher schonmal von der “Body Farm” gehört. Einem Gelände in den USA, auf dem Leichen für die Wissenschaft verwesen. Die liegen da einfach rum und Wissenschaftler beobachten und untersuchen dabei.
Wie schnell verwest eine wie gorße Leiche bei welchen Temperaturen? Wie verwesen Leichen unter Wasser? Wieviel Gewicht verliert eine Leiche pro Tag? Sind Leichensäcke eigentlich wasserdicht?
Ich meine, das will ja alles erforscht werden! Irgendwoher muss man das ja wissen ^^

An dieser Stelle sei für Unwissende nochmal erwähnt, dass ich total auf “totes Zeug” stehe. Also Skelette, eingelegte Sachen (ja, auch Embryos), Leichen, Mumien… Alles in der Richtung. Deswegen treibe ich mich auch so gerne in entsprechenden Museen rum und lese in meiner Freizeit Bücher darüber, wie Leichen verwesen…

In dem Buch “Der Knochenleser” beschreibt der forensische Anthropologe seinen Werdegang. Wie er von Indianerskeletten zu Mordopfern kommt… Und natürlich wird die Entstehungsgeschichte der Body Farm erzählt.

Ich habe selten beim Lesen eines Buches so viel gelernt… Über den Tod, über Verwesung, Insektenbefall und auch Unterscheidungen von Skeletten. Natürlich hab ich vorher schon den Umgang mit selbigen gepflegt, aber jetzt kann ich Alter und Geschlecht wesentlich besser abschätzen.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass große, dicke Leichen schneller verwesen als kleine, dünne? Und Maden besetzen zuerst die Körperöffnungen. Also, Nase, Mund, Augen, Ohren, Uro-Genitalbereich… Da wo´s warm, dunkel und feucht ist. Sieht man am Bauch, Rücken oder Extremitäten starken Madenbefall, lässt das auf eine Verletzung (Einschussloch, Stichwunde) schließen. Fliegen stehen total auf Blut und legen ihre Eier daher bevorzugt in Wunden.

 

Naja, aber ich will hier nicht zu sehr ausschweifen.

 

Das Buch kann ich jedenfalls jedem empfehlen, der wissen möchte, wie das bei Crossing Jordan, CSI und NCIS wirklich funktioniert. Untersuchung von Mordfällen und so…
Bill Bass erzählt von vielen (erschreckenden) Fällen seines Lebens, aber auf so lockere und spannende Art, dass es auch für “Leien” (also, nicht so Freaks wie mich) noch leicht verständlich und interessant ist.

In den USA gabs mal ein Krematorium, dass 339 Leichen nicht verbrannt, sondern einfach auf dem Gelände abgelegt hat. Die Verwandten haben nicht die Asche ihrer Lieben zurückgekriegt, sondern eine Mischung ausZementpulver/Kalksteinpulver und Asche anderer Verstorbener, gestreckt mit diversem anderen Zeug. Das ganze wurde nur zufällig entdeckt und gab dann natürlich ein wahnsinns Theater…

Und, Blut gelckt? ;-)
Dann auf zu amazon, ebay oder dem örtlichen Buchhändler!



16 Kommentare zu “Der Knochenleser – Bill Bass erzählt von der Body Farm”

  1. nosupermom said:

    Oh, das muss ich mir vormerken!!! Ich liiiiiebe so etwas!

    Neulich habe ich in einem “Bild der Wissenschaft” vom letten Jahr gelesen, dass es jetzt auch so etwas wie eine Body Farm unter Wasser gibt. Da in Deutschland diese Art Forschung mit menschlichen Leichen verboten ist, werden dafür Schweine genommen, weil die uns so ähnlich sind ^^

    Wusstest du, dass die Reduzenten unter Wasser immer am Hinterende der Leiche anfangen? Der Kopf bleibt bis zum Schluss unversehrt, auch wenn er Verletzungen aufweist (im Gegensatz zu über Wasser). Wenn also eine Leiche mit zerstörtem Kopf geborgen wird, kann man davon ausgehen, dass die Verletzungen bereits vor dem Einbringen ins Wasser entstanden sind.

    Sind wir morbid oder was? :)

  2. frau argh said:

    klingt irgendwie interessant…aber irgendwie auch…ähhh…*würg* also für mich is das ja nix. ich bewundere jeden, der so’nen job wie gerichtsmediziner oder bestatter oder wie-auch-immer-die-heißen-die-leichen-wieder-herrichten macht, denn für mich is das absolut nix…auf der einen seite isses schon faszinierend zu wissen, was mit einem passiert, wenn man mal irgendwie “liegen bleiben” würde, aber auf der anderen seite…also ich muss da jetzt nicht…ähhhh…oh mann…

  3. Silberblut said:

    Ich hatte erst heute wieder diverse Schädel und andere (wohlgemerkt echte!!) Knochen in der Hand… *-*
    Bestatter könnt ich aber auch nicht. Da wär aber der Umgang mit Angehörigen wohl mein Problem, nicht der mit den Leichen…

  4. nosupermom said:

    Genau! Wenn die Angehörigen nicht wären… Aber die regen sich dann immer so auf. Das könnte ich nicht ertragen!

  5. Silberblut said:

    aaah! supermom! verzeih mir, dass ich deine kommentare nicht sofort freigeschaltet hab. hab ich doch glatt übersehen in meiner begeisterung!

  6. nosupermom said:

    Kein Problem! :) (Ich dachte schon, das wäre dir zu eklig mit den Unterwasser-Schweinen…)

  7. Silberblut said:

    Bitte? Mir zu ekelig? Unterwasserschweine??
    NIEMALS ^^

    Find ich super. Wo genau ist das? Nehmen die Praktikanten?

  8. nosupermom said:

    http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=31636149

  9. Silberblut said:

    Krass… Ich will auch mal Krebsen beim Schweinebeinschaukeln zuschauen…
    ^^
    Danke für den Link.

  10. Revo said:

    Soll ich Dich ma neidisch machen?!
    Mark Benecke – ja genau, DER Mark Benecke – war vor 3 Jahren auf ner Vampyr-Veranstaltung eines Forenrings, dem ich angehöre.
    War aber ein Spinner. *rolleyes* Frag nicht.

    Ja äääh, wo waren wir?
    Ich kann mich irgendwie noch nicht so wirklich entscheiden, ob ich sowas alles einfach nur schauderhaft finde und gar nicht hören will, oder aber eben doch ganz gerne mal zwischen den Fingern hindurchblinzelnd nen Blick drauf werfen möchte. xD

  11. frau argh said:

    also ich hab mir aus purer neugier dann doch ein paar filmchen dazu auf youtube reingezogen…*örks* sehr -äääähhhh- aufschlussreich…also meine materie isses nun gar nicht. dafür weiß ich jetzt aber wie ich aussehen würde, wenn ich ein paar wochen im wald rumliege… oO

  12. Silberblut said:

    Mit von Mark Beneke hab ich auch ein paar E-Mails, ich find den eigentlich ganz nett. Im Oktober (glaub ich) war der auch hier in Marburg, hat im cineplex n Vortrag gehalten ;-)

    Also.. Früher war ich auch irgdnwoe zwischen Ekel und Neugierde… Jetzt hab ich mit entschieden.

  13. Demian said:

    Also ich find sowas weder faszinierend noch abstossend,mir geht das iwie am Mors vorbei,könnte glaub ich auch ‘n lecker Schnitzel dabei esssen,wenn da einer verwest oder mitter Säge,die immer so schön quietscht,wenn sie auf Widerstand trifft,perforiert wird.
    Mein Problem ist : wtf is Mark Beneke?

  14. Silberblut said:

    Mark Beneke ist ein Experte über Leichen-fressende Insekten und so forensisches Gedöns.
    International bekannt, gibt sogar Seminare für´s FBI und all sowas.
    Ist aber kein Gerichtsmediziner, nur Biologe.

    Es gibt allerdings auch n Experten für zerstückelte Leichen, das find ich ja toller. Der schaut sich n zersägten Knochen an und kann sagen, was für´n Modell da gesägt hat.

  15. Demian said:

    Ja gut,dat mit den Sägen bestimmen könnt ich aber auch,weil ich hab ja ma Kaufmann im Einzelhandel im Bereich Heimwerker gemacht und einige Kunden hätt ich ja auch gerne in Demonstrationsobjekte für oben genannten Herrn verwandelt.Gab mein Lehrvertrag aber iwie nicht her,diese Option.Schade.
    Bin glaub ich,’n büschen vom Thema abgekommen…ach,was soll’s? 8)

  16. Silberblut said:

    Ach was… ^^
    Das mit den Kunden kann ich nachvollziehen… Jeder, der mal im irgendeinem Laden (egal ob Baumarkt oder wasauchimmer) Sozialfernseher gespielt hat kann das, glaub ich.

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