Tja. Mein Studium prägt mich. Immer mehr.

Während ich beim “Resident Evil”-gucken darüber nachdenke (und an dieser Stelle nochmal ein `Tschuldigung an Schatz), was denn das für ein Virus ist, wie genau der Replikationsmechanismus ist, was für ein Genom er hat und welche Proteine dieses codiert, welchen Rezeptor er benutzt und welche Zellen der befällt… naja, mir ist aufgefallen, dass mich mein Studium ganz schön schädigt.

Zur Zeit lerne ich ja Pharmakologie. Hat bedingt sicher auch was mit Pharmazie zu tun, aber Pharmazie das machen eher die Apotheker… Pharmakologie und Toxikologie ist einfach die Lehre davon, wie sich Fremdstoffe so auf den Körper auswirken.

Man könnte auch sagen “Medikamenten- und Giftkunde”. So auf Deutsch. Ist aber langweilig und hört sich unwissenschaftlich an ;-)

Ein Pharmakon ist also ein Stoff, der auf den Körper wirkt. Ein Medikament, wenn man so will. Die Wirkung des Pharmakons auf den Körper nennt man Pharmakodynamik.

Die meisten Medikamente wirken auf irgendwelche Rezeptoren im Körper. Zum Beispiel auf die vom Parasympathikus und vom Sympathikus.
Wenn ihr zum Beispiel zu hohen Blutdruck habt, dann nehmt ihr ein Parasympathomimetikum. Oder ein Sympatholytikum. Das nehmt ihr auch, wenn ihr eine Koronare Herzkrankheit habt. Also, Verengungen der Arterien, die das Herz mit Blut versorgen. Genau das, was später einen Herzinfarkt und Angina Pectoris macht.

Da gibt man auch Nitroglyzerin, zumindest im akuten Notfall. Das sorgt nämlich auch dafür, dass sich die Herzkranzgefäße (=Koronararterien) erweitern und das Herz wieder mehr Blut kriegt. Zudem löst es Verklumpungen von roten Blutkörperchen auf, was ja die Adern verstopft.
Nitroglyzerin wirkt aber nicht auf Rezeptoren, sondern auf Enzyme in der Zelle.

Der Rezeptor sitzt außen dran und gibt die Nachrichten nach drinnen weiter, das Nitro (besser, das Stickstoffmonoxid aus dem Nitro) spaziert gleich in die Zelle und bringt die Information selbst weiter.

Viagra, auch Sildenafil genannt, wirkt zwar auch gefäßerweiternd, aber es wirkt AUCH nicht auf einen Rezeptor. Es hemmt ein Enzym, das zu einer Gefäßverengung führt. Da das Enzym gehemmt ist, bleiben die Adern weit und das Blut kann dahin, wo es soll.
Nebenwirkungen gibt es auch. Zum Beispielt kann es sein, dass man bunte Farben sieht, wenn man Viagra nimmt. Bevorzugt Blau (Kein Witz!!). Weil son ähnliches Enzym ist im Auge, und wenn man das hemmt, dann sieht man eben blaue Flecken.

Jedes Pharmakon ist auch ein Gift. Irgendwie. Gifte werden auch als Gegengifte gegeben, zum Beispiel Atropin aus der Tollkirsche.

Vielleicht erinnern sich noch einige Menschen an den Anschlag mit Giftgas (Sarin) auf die U-Bahn in Tokyo. Das haben die Leute auch Atropin als Gegengift gekriegt.

Drogenwirkungen fallen übrigens auch unter “Pharmakologie”. Je schneller + stärker ein Stoff wirkt, desto kürzer wirkt er. Sprich, wenn er schnell da ist, wo er zaubern soll, desto schneller wird er abgebaut. Und desto süchtiger macht er.

Sachen die nur langsam, schwächer, aber länger wirken, machen weniger süchtig.

Oft muss man auch immer mehr nehmen, damit ein Stoff (egal ob Droge oder Medizin) wirkt. Es gibt dann einfach weniger Rezeptoren und man muss mehr nehmen, um die gleiche Wirkung zu erziehlen. Daran ist das böse Arrestin Schuld. Das macht die Rezeptoren kaputt.
Das ist zum Beispiel bei den Opium-Rzeptoren so. Was alles zu den Opioiden gehört, könnt ihr ja googeln.

Hm… ich glaub das war ein kleiner Informations-Overkill, oder?

Bei Fragen, wendet euch an mich ^^Ich mach Schluss für heute!



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