Wer kennt es nicht – das Buch (oder wenigstens den Film) “Per Anhalter durch die Galaxis”?? Eine Science Fiction Komödie aller erster Güte! Groß-Ar-Tig!
Aber Mr. Douglas Adams kann auch anders. Zugegeben, lustig ist “Die letzten ihrer Art” auch, vom Schreibstil her. Aber der Hintergrund ist weitaus ernster… Zusammen mit dem Zoologen Mark Carwardine und einigen anderen Leuten (eher namenlose Fotographen/Kameraleute) reist Adams im Auftrag der BBC um die Welt, um vom Aussterben bedrohte Arten zu finden.
Dieses Buch beschreibt eindrucksvoll die Probleme der Tierwelt, der Tierschützer und des Teams, diesen überhaupt zu begegnen. So reist das Team z.B. nach China, ohne zu wissen ob es den Experten über die Flussdelfine, zu dem sie wollen, überhaupt gibt…
Das Projekt beginnt mit einer Expedition nach Madagascar, um einen seltenen Lemuren, das Aye-aye (oder Fingertier) zu finden. Ein unfassbar hübsch-hässliches Lemurchen, das es (wie alle Lemuren) nur auf Madagascar gibt und dass vom aussterben bedroht ist. Auf dieser Reise kommt die Idee, auch andere Tierarten zu suchen…
Also geht es monate später nach Komodo – Warane füttern, nach Zaire – das nördliche, weiße Nashorn suchen und den Berggorillas einen Besuch abstatten, nach Neuseeland – die letzten 40 der “größten, fettesten und flugunfähigsten Papageien der Welt” (Adams) ausfindig machen, nach China- die letzten Yangtse-Delphine zum letzten mal sehen (es sei denn den Chinesen fällt ganz schnell was gutes ein) und schließlich nach Maurizius, erstmal um sich um die Riesenflughunde zu kümmern – dann aber festzustellen, dass es Arten auf Maurizius gibt, denen es viel viel schlechter geht…
Neben den Tieren lernt man einige interessante und auch skurrile Persönlichkeiten kenne, die ihr Leben ganz dem Umweltschutzt verschrieben haben. Und man lernt, dass Kondome nicht nur vor Krankheiten und Schwangerschaften schützen, sondern aus einem normalen Mikrofon ganz schnell ein Unterwassermikrofon machen können.
Man sieht die Welt ein bisschen aus anderen Augen. Aus einem bloßen Urlaubsziel wird plötzlich der letzte Zufluchtsort einer gefährdeten Art. Aus einem ollen Strauch hinter Stacheldraht wird der aller-letzte wilde Kaffeebaum.
Gut, es ist nur ein Kaffeebaum… Aber wie mag sich wohl damals der letzte Dodo gefühlt haben? Wie ist es, wirklich der letzte zu sein? Der letzte seiner Art..
Mir hat es besonders der Kakapo angetan. Als Adams und Carwardine die Vögel auf ihrer Insel besucht haben, gab es nur noch 40 Stück, später wurden noch 3 weitere Exemplare gefunden und auf die Insel übergesiedelt. 1999 gibt es allerdings schon wieder 67 Stück! Es geht also aufwärts.
Dieser merkwürdige Vogel ist einfach nur toll. Allein die Vorstellung, von einem großen, dicken Papagei, der nicht nur vergessen hat, dass er fliegen kann, hat dieser Vogel laut Adams sogar vergessen, dass er vergessen hat, dass er fliegen kann und springt abundan einfach so von Bäumen, nur um sich gehörig aufs Maul – ähm – auf den Schnabel zu legen…
Dieses Buch ist was für Menschen, die Humor haben und auf leicht verständliche Weise etwas über unseren Planeten und unsere Tierwelt lesen möchten.
Ich hätte gut Lust, mein Studium zu schmeißen, nach Neuseeland oder Maurizius auszuwandern und die eine oder andere Art vor dem Aussterben zu retten. Zumindest möchte ich ein mal den Ruf eines Kakapos hören. Und vielleicht mal ein Aye-Aye streicheln…

Deiner auch?
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