Also… wie es der Zufall so will war ich mal wieder in der Sneak. Und nachdem SÄMTLICHE Trailer in der Vorschau von Kinder- bzw. Jugendfilmen waren (Frontalknutschen, Madagascar 2, Winxclub, Highschool Musical 3, Krabat…) habe ich ja wirklich auf n tollen lustigen Film in der Richtung gehofft. Aber nööö….
Es kam “Tage des Zorns“!!! Ein wirklich guter Film über den Widerstand gegen die Nazis in Dänemark. Und wir haben den Film schon vor allen anderen und sogar vor den offiziellen Premieren in Berlin und Flensburg gesehen. HA!
Ich hatte ja Geschichts-LK und bin daher mit dem Thema doch sehr vertraut… Aber über den dänischen Widerstand habe ich bisher nichts gewusst. Auch die Namen der beiden Widerstandskämpfer - Flame alias Bent Faurschou-Hviid und Citron alias Jørgen Haagen Schmith - sagten mir bis gestern gar nichts…
Der Film beruht auf wahren Begebenheiten, Flame, Citron und Ketty Selmer hat es wirklich gegeben. Doch die Geschichte, so wie sie in dem Filme erzählt wird, stimmt wohl nicht ganz.
Wahr ist, das Flame von der Gestapo zum Staatsfeind Nr 1 erklärt wurde, während er vom dänischen Volk wie ein Held verehrt wurde. Wahr ist auch, dass er und Citron Freunde waren und zusammen gekämpft haben. Über Ketty Selmer hingegen ist kaum etwas bekannt, sie schwieg ihr Leben lang über ihre genauen Aufgaben zur Zeit des Krieges.
Zum Film kann ich nur sagen: Er lohnt sich! Ist zwar das übliche “ALLE Deutschen sind böse” und “Deutschen Widerstand kann es gar nicht geben” Gefasel (aber Tom Cruise wird ja mit Valkyrie (?) was anderes zeigen…), aber man lernt schon eine neue Sichtweise kennen.
Normalerweise gehts in vielen Filmen ja nur um Juden und Deportation oder um Krieg, Soldaten, Front und Rumgeballer an sich… Aber dieser Film zeigt das Leben in einem besetzten Land, in dem sich die Leute wehren. Ist mal was neues.
Wenn ihr geschichtlich interessiert seid, dann tigert ab dem 28.8. mal ins Kino eures Vertrauens und schaut euch den Streifen an. Der ist es definitiv wert!
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Am 19. August 2008 um 15:25 Uhr
Ich muss da einfach mal kommentieren was ich von dem Film halte:
Die “Widerstandskämpfer” kamen in meinen Augen wie Auftragskiller rüber. Schön wäre, wenn sie selbstständiger dargestellt worden wären.
In den Tagen des Zorns haben die “Widerstandskämpfer” jedoch ein Karteikärtchen mit Foto und Aufenthaltsort in die Hand gedrückt bekommen, und dann wurde losgeballert. Die “Entscheidungsfindung”, wer sterben muss, warum und ob es auch keinen anderen Weg als Mord gibt, die ja den Widerstand zum Widerstand macht, wurde einfach nicht dargestellt. Das wäre in einem Film über Widerstand der Zentrale punkt gewesen, denn was bringt ein Widerstandskämpfer, der auch ein Mörder ist?! -Das bezieht sich auf den Film!- Also haben wir es mit einem Kriegsfilm zu tun.
Meiner Meinung nach ist diese wahre Begebenheit, und das was dazu erfunden wurde ungeeignet für einen Film über Widerstand… Einfach zu kompliziert um es in einem Film “menschlich” wirken zu lassen… Das war vielleicht auch garnicht die Intention der Filmemacher …
Dennoch ist es ein spannender Film, der jedoch eher auf blutige Darstellung ausgelegt ist und nicht wie andere Filme ein differenziertes Bild liefert (wie im Beitrag bereits erwähnt ^^)