Da mein Bruder Uli schon so treffend über den Film der letzten Sneak gebloggt hat, lasse ich euch jetzt einfach mal an meinem letzten literarischen Abenteuer teilhaben.

Ich habe diese Woche “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche gelesen. Das so viel diskutierte (Skandal?)Buch über ein 18-jähriges Mädchen namens Helen, dass nach einer “missglückten Intimsasur” (wie es auf dem Klappentext steht) im Krankenhaus landet und über Dinge nachdenkt, die eben die “Feuchtgebiete” des menschlichen Körpers betreffen.

Wer denkt, es geht nur um Sex - hat sich getäuscht. Wer denkt, es geht nur um Ekelzeug - hat sich getäuscht. Denn neben den Anekdoten aus Helens Leben zu Sperma, Smegma, Kacke und Blut erfährt man noch einiges über ihre verkorkste, kaputte Familie, die sie trotzdem irgendwie wieder zusammenbringen will…

Helen ist radikal und kennt keine Tabus. Sie lässt sich spontan nach der Arbeit von einem fremden Mann rasieren, platziert einen benutzen, selbstgebastelten Tampon offen sichtbar im Aufzug des Krankenhauses und lässt sich von dem Pfleger Robert ihre Operationswunde fotografieren, damit sie sich die Wunde ansehen kann…

Was für eine Wunde genau? Hatte ich doch glatt vergessen… Helen lässt sich ja normalerweise von einem “Bekannten” rasieren. Nur wenn der keine Zeit hat, muss sie selbst ran… tja, und da sie Hämhorrieden hat ist das grade hintenrum nicht so einfach. Unglücklicherweise hat sie ihre Haut ein bisschen angekratzt, schwupps wurde daraus eine Analfissur und daraus dann eine ganz arg böse Entzündung. Krankenhaus und Op waren die Folge…

Tja, und im Krankenhaus kriegt man halt Langeweile und denkt über alles mögliche nach. Natürlich auch über Hygiene. Oder eher Nicht-Hygiene. Denn bei Helen wird Hygiene klein geschrieben. Tampons werden selbstgebastelt und auch schon mal wiederbenutzt oder mit der Freundin getauscht… Ob man auf öffentlichen Klo´s tatsächlich Scheideninfektionen kriegt, wird durch intenriven Kontakt getestet… Und nein, was man nicht alles mit Papa´s Grillzange machen kann!

Na, schon fremdschämend die Augen abgewendet oder weggeklickt? Glaubt mir, das Buch ist schlimmer! Dieses Textchen soll euch nur einen kleinen Vorgeschmack bieten. Um es zu lesen sollte man eine gewisse Ekelresistenz haben… Oder zumindest sollte einem bei dem Gedanken an Kotze nicht gleich schlecht werden *grins*

Aber wenn euch die Feuchtgebiete des menschlichen Körpers nicht abschrecken, dann lest dieses Buch! Es ist ne echt gute Erfahrung! Man lernt auch viel über sich selbst, sei es nur “DAS würde ICH NIEMALS tun!” … ;-) Und für einige Frauen finden sich vielleicht einige interessante Ansätze zur Selbstbefriedigung. Eins von Helens Lieblingshobbies, dass sie eingehend beschreibt.

Fazit: Sollte man gelesen haben! Und wenn nur, um mitreden zu können… ;-)



Ähnliche Beiträge zu "Feuchtgebiete - Charlotte Roche":

3 Reaktionen zu “Feuchtgebiete - Charlotte Roche”

  1. Cathleen

    Oh mein Gott, bei deinem 5. Absatz hat es mich fast gehoben, hilfe! Würg….

  2. Der Papa

    Wenn man sonst schon nichts über seine Tochter weiß, sollte
    man mal ins I-net schauen.
    Hi, Kleine, recht interessant deine ganze Seite
    - oder sollte ich besser sagen “Seiten”?
    Schönen Sonntag noch!!

  3. Silberblut

    Naja, ich kann ja nicht nur mein Anatomiebuch lesen… ;-) Und das hier kommt nah ran…
    Dir auch n schönen Sonntag!

Einen Kommentar schreiben