Wir hatten - wie wohl jeder mal - irgendwann in der 9. oder 10. Klasse das Thema Gedichte im Unterricht. Und natürlich wurden wir auch mit Johann Wolfgang von Goethe bekannt gemacht, oder besser mit seinen Werken.
Eines schönen Tages sollten wir dann ein Gedicht weiterschreiben. Wir hatten die ersten beiden Strophen - wie es weiter geht, war ganz uns selbst überlassen. Das Original heißt “Willkommen und Abschied”, das und den Autor haben wir allerdings erst hinterher erfahren. Die ersten 2 Strophen sind Goethe, die letzten beiden sind von mir.
Es schlug mein Herz geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht;
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.
Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!
Der Regen prasselt hart hernieder,
Wolken tanzen mit dem Sturm.
Donner hallt vom Berge wieder;
Der Gipfel ist ein düstrer Turm.
Wölfe, Bären, tausend Dunkel!
Doch alles das erreicht mich nicht.
Wie es in meiner Seele funkelt!
Dies Gefühl umfängt mich dich.
Wie Arme schlagen wild die Äste,
Zerreißen Dunst, der sie umfängt.
Geister sind des Schattens Gäste,
von Furcht wird jedes Herz beengt;
Jedes, aber nicht das meine!
In Kauf nahm ich heut Abend viel.
Meine Liebe ist die deine!
Dein Heim ist heute Nacht mein Ziel!
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