Disclaimer: Die Handlungsorte und Charaktere (außer Kaida, Cahal, Rango, Branwen, Jodokus und den andere Edokis) sind alle das geistige Eigentum von JK Rowling. Ich habe sie mir nur für meine Geschichte ausgeliehen! Dies ist eine FanFiction, ich hab´s also nur aus Spaß geschrieben, und um die großartigen Geschichten von JK Rowling zu würdigen. This is just a Tribute!

„Kaida, Professor Flitwick ist da! Er will dringend mit dir sprechen!“

Als ich die Augen aufschlug sah ich Cho Chang. Die anderen waren wie ich noch am Schlafen. „Kaida, es scheint wirklich wichtig zu sein!“, Cho rüttelte an meinen Schultern.

„Jaaa, ich komme schon…“, murmelte ich verschlafen und krabbelte verschlafen aus dem Bett.

Cho hielt mir fuchtelnd meinen Kimono-Morgenmantel entgegen und schob mich zur Tür. Auf der Treppe runter zum Gemeinschaftsraum wäre ich beinahe gestolpert, unten stand Professor Flitwick und spielte nervös mit seinem Zuberstab. Als er mich sah steckte er den Stab weg und ging auf mich zu.

„Kaida, es tut mir leid, dass ich Sie wecken lassen musste, aber Professor Dumbledore wünscht Sie dringend zu sprechen! Folgen Sie mir bitte!“, sagte er aufgeregt, drehte sich um und ging. Er wartete nicht mal, bis ich geantwortet hatte. Ich folgte ihm.

 

Doch statt in den siebten Stock zu gehen, wo sich Dumbledores Büro befindet, führte er mich in den Krankenflügel. Ich wusste nicht was los war, bis Dumbledore mit ernstem Gesicht auf mich zu kam. Er legte mir die Hand auf die Schulter.

„Kaida, es ist etwas geschehen“, begann er und deutete auf den Tisch, an dem ich noch vor drei Wochen mit Draco gefrühstückt hatte, „Setz dich doch.“

Zögernd setzte ich mich. Er duzte mich, das war selten. Nervös spielte ich mit dem Gürtel des Kimonos.

„Was ist den passiert? Ist etwas mit -?“, doch bevor ich die Frage beenden konnte unterbrach mich Dumbledore:

„Gestern Nacht erreichte mich der Patronus Ihres Bruders. Ihre Tante und Ihr Onkel wurden angegriffen, als er auf dem Weg hierher war. Er kehrte sofort um.“ Meine Augen weiteten sich vor Angst.

„Tante Branwen angegriffen? Wer tut so was? Was ist geschehen?“, meine Stimme bebte. Ich konnte nicht glauben was mir erzählt wurde. Madam Pomfrey war hinter mir aufgetaucht und legte mir die Hände auf die Schultern.

„Es waren Todesser. Ihre Tante und Ihr Onkel haben tapfer gekämpft. Ihr Bruder kam nicht mehr rechtzeitig. Es tut mir Leid,“ sagte Dumbledore sanft und sah mich traurig an.

Meine Welt zerbrach in tausend Scherben. Meine Patentante Branwen bedeutete mir so viel. Wir waren die einzigen Ravenclaws in der Familie und verstanden uns blind. Und Onkel Jodokus war einmalig. Er hatte zu jeder Situation einen Witz auf Lager.

„Wo… aber was… wo ist Cahal?“, fragte ich zitternd.

Ich war zu geschockt um zu weinen. In meinem Hals wuchs ein Klos und mein Magen zog sich zusammen, meine Organe schienen sich in brennende Säure zu verwandeln. Meine Hände verkrampften sich.

„Er ist hier, wir konnten noch rechtzeitig jemanden schicken. Er wird überleben“, Dumbledore deutete auf ein Bett am Fenster. Ich sprang auf und stürze zu ihm, fast stolperte ich noch über meine eigenen Füße.

Cahal sah aus wie tot. Er war blass, sein linkes Auge war zugeschwollen und die linke Gesichtshälfte war dunkelviolett verfärbt. Von seinem Hals zog sich eine klaffende Wunde bis auf seine Brust, zum Glück blutete sie nicht mehr. Überall auf seinem Oberkörper waren Blutergüsse und Kratzer, auf dem Laken mit dem er bis zum Bauch zugedeckt war, waren blutige Flecken.

Ich konnte nicht wegsehen, jetzt stiegen mir die Tränen in die Augen. Wenn es ihm so schlecht ging, wie sehr mussten dann Branwen und Jodokus leiden? Das war alles ein schlechter Traum… Eine unbändige Wut wuchs in meiner Brust.

„Wer war das? Wer hat ihm das angetan?“, fragte ich scharf und sah Dumbledore direkt in die Augen. Er seufzte.

„Wir wissen es nicht. Wir vermuten, dass die Lestranges den Angriff geführt haben“

„Dafür werden die bezahlen… und wenn ich selbst-“

„Nein!“, unterbrach Dumbledore mich streng, „Sie, Miss Edoki, werden Ihre Ausbildung beenden und Ihre Intelligenz und Ihr Können nicht an Rachezüge verschwenden!“

Meine Beine hielten mich nicht mehr, meine Knie knickten ein. Ich saß auf dem Boden und endlich wurde mir bewusst, was ich verloren hatte. Ich schrie meinen Schmerz hinaus und weinte wie in meinem ganzen Leben noch nicht. Ich wusste nicht, wo oben und unten war, ich merkte nicht ob Minuten, Stunden oder Tage vergingen. Jemand half mir auf und bugsierte mich umständlich auf ein Bett in der Nähe, doch ich realisierte nichts. Ich lag da, zusammengekrümmt und weinte. Weit entfernt hörte ich Stimmen.

“Warum darf ich denn nicht zu ihr?“

„Das ist eine Familienangelegenheit, kommen Sie später wieder“ …

„Was ist denn passiert?“

„Gehen Sie!“ …

„Professor, konnten Sie die Eltern erreichen?“

„Leider nein, Poppy, aber ich werde es später noch mal versuchen“ …

„Das arme Mädchen“…

Dann wurde es dunkel draußen. Ich setzte mich auf und wischte die letzten Tränen mit dem Ärmel weg. Hatte ich den ganzen Tag hier gelegen? Ich sah rüber zu Cahal. Mittlerweile hatte jemand ihm ein weißes Seidenhemd angezogen und ihn mit einer weichen, grünen Wolldecke zugedeckt. Ich ging zu ihm herüber und setzte mich an sein Bett. Vorsichtig strich ich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

„Ach Cahal, es tut mir so leid…“, flüsterte ich. Er atmete schwer. Doch dann, ganz langsam öffnete er sein rechtes Auge. Das linke war immer noch vollständig zugeschwollen. Er musste furchtbare Schmerzen haben.

„Schwesterchen, es ist schön, dass du da bist“, seine Stimme war unheimlich schwach, als ob jedes Wort ihm Schmerzen bereitete.

„Cahal, nicht reden. Das streng zu sehr an!“, antwortete ich hastig. „Aber… was ist mit Branwen und Jodokus?“, flüsterte er mit schmerzverzerrtem Gesicht. Ich konnte es ihm nicht sagen, schüttelte nur den Kopf und sah aus dem Fenster.

„Ich verstehe…“, sagte Cahal nur und nahm meine Hand. Wir schwiegen.

Später kam Madam Pomfrey, sie versorgte Cahals Wunden und brachte mir Kürbissaft und Toast.

„Professor Dumbledore hat versucht eure Eltern zu erreichen, aber euer Vater kann erst in einigen Tagen hier sein und eure Mutter betreut einen Notfall. Wenn sie geht, stirbt vielleicht ein Patient“, erklärte sie fürsorglich, „Mr. Edoki, Sie müssen jetzt schlafen. Kaida, Ihre Lehrer wissen bescheid, Sie müssen nicht zum Unterricht. Aber gehen sie jetzt zu ihren Freunden. Ich kümmere mich um Ihren Bruder.“

 

Ich verabschiedete mich von Cahal und Madam Pomfrey brachte mich zur Tür. Ich fühlte mich leer und verlassen. Warum meine Familie? Warum meine Patentante? Warum Onkel Jodokus? Sie haben niemandem etwas getan… Und Cahal, er hatte gekämpft wie ein Löwe und doch verloren.

Langsam ging ich durch die Korridore, die Treppen schienen unendlich. Alles war grau. Mir war kalt. Ich fühlte mich, als würde ich schlafwandeln.

„Na Edoki, hast du kein Geld mehr für anständige Klamotten“, rief jemand höhnisch.

Ich drehte mich um. Da stand Pansy Parkinson mit ihren Freundinnen und blickte mich mit einem arroganten Grinsen an. Ich ignorierte sie und ging einfach weiter.

„Hat’s dir etwa die Sprache verschlagen?“, rief sie mir hinterher, „Oder schämst du dich etwa, dass deine Brüder Slytherins sind wie wir?“



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