Disclaimer: Die Handlungsorte und Charaktere (außer Kaida, Cahal, Rango, Branwen, Jodokus und den andere Edokis) sind alle das geistige Eigentum von JK Rowling. Ich habe sie mir nur für meine Geschichte ausgeliehen! Dies ist eine FanFiction, ich hab´s also nur aus Spaß geschrieben, und um die großartigen Geschichten von JK Rowling zu würdigen. This is just a Tribute!!

Unsere Tradition hatte sich herumgesprochen, Mädchen aus anderen Jahrgängen taten es uns gleich. Und es ist in vergangenen Jahren durchaus vorgekommen, dass ein Junge seinen Kürbis wie eine Trophäe mit sich herumgetragen hat.

Ich dachte an den gestrigen Abend und an meinen Traum. Unter normalen Umständen hatte ich einem Jungen, an den ich so oft dachte den Kürbis geschickt. Aber um Himmel Willen! Das war Draco Malfoy!

Und ich wollte doch gar nicht mit ihm zusammen sein. Oder zumindest redete ich mir das ein. Oder ich versuchte mir einzureden, dass er mich nicht interessierte, obwohl ich genau wusste, dass es anders war. Oder – ich seufzte laut. Wenn ich mir jetzt, nachdem ich ihn zwei mal hatte stehen lassen, eingestand, dass ich doch irgendwie nicht abgeneigt war, dann würde ich mich nur selbst unglücklich machen. Draco war viel zu stolz um mir jetzt noch mal zuzuhören. Ich würde meinen Hintern drauf verwetten, dass er jetzt wieder kuschelnd mit Pansy beim Frühstück saß.

Ich sah mir den Kürbis an. Es war ein schönes Exemplar! Nachdem wir in den ersten Jahren welche aus dem Gemüsebeet mopsen mussten, schlug Hermine vor, wir sollten doch Hagrid fragen, ob er uns welche ziehen würde. Seit dem hatten wir – Padma, Lisa, Mandy, ich und Sally-Anne Perks – jedes Jahr die schönsten Kürbisse. Sally- Anne war enger mit den Mädchen aus Hufflepuff befreundet und teilte sich nur den Schlafsaal mit uns, aber sie war eine der talentiertesten Kürbis-Schnitzerinnen und schnitzte immer einen anderen Vogel.

Ich entschied mich jedes Jahr für das Bild eines Drachens auf meinen Kürbis. Padma suchte sich immer eine andere indische Gottheit aus, Lisa hatten es die Blumen angetan und Mandy suchte sich das Logo von der favorisierten Quidditch-Mannschaft ihres Angebeteten aus.

Da ich glücklicherweise die ersten Stunden frei hatte, suchte ich eins meiner Drachen-Bücher und überlegte, welcher es dieses Jahr sein sollte.

Im letzten Jahr hatte ich Harry Potter als Anerkennung einen Ungarischen Hornschwanz auf gemacht. Davor bekam Cedric Diggory das Rumänische Langhorn. Ich wusste nicht, dass im Trimagischen Turnier auch Drachen waren… Davor war Lee Jordan mein Schwarm, er mochte Schwedische Kurzschnäuzler. Dean Thomas schnitzte ich im zweiten Jahr in Hogwarts einen Chinesischen Feuerball und in meinem ersten Jahr schenkte ich Terry einen Kürbiss, mit so was wie einem Ukrainischen Eisenbauch.

Da ich mich nicht wiederholen wollte suchte ich mir dieses mal den Schwarzen Hebriden aus. Es war wirklich nicht leicht, die Konturen so hinzukriegen, dass man die Rasse erkennen konnte. Aber mein Zauberstab hatte nicht umsonst einen Drachenkern…

Nach einer guten halben Stunde Arbeit guckte mich ein grimmiger Drach vom Kürbis aus an. Ich hatte den Kürbis noch schwarz gefärbt, damit der Drache besser zur Geltung kam. Zufrieden stellte ich fest, dass mir noch nie ein Drachenbild so gut gelungen war! Ich stand auf, und legte den Kürbis unten in Padmas Schrank. Dort lagen schon die fertigen Prachtwerke meiner Freundinnen.

Lisas war verziert mit einer wunderschönen Rose, die sanft golden leuchtete. Sie schien es mit Terry wirklich ernst zu meinen. Padmas Kürbis zierte eine Frau mit vier Armen, die in einem prachtvollen Gewand auf einer Blüte saß und irgendein Instrument spielte. Mandy hatte die Kenmare Kestrels ausgesucht und auf Sally-Annes Kürbis war ein Paradiesvogel mit langen Schwanzfedern, der in allen Farben des Regenbogens schimmerte.

Die Motivwahl war so was wie unser Markenzeichen. In dem Kürbis selbst steckten wir nur eine Pergamentrolle mit einem Spruch, einem Lied oder einem Gedicht. So wusste jeder, der einen Kürbis von uns bekam, dass er auch sicher einen echten Raben-Kürbis hatte. Den Namen der Absenderin musste der beschenkte selbst rausfinden. Es war ja nicht wirklich schwer.

Dann zog ich mich an und ging runter zum Frühstück. Da die meisten Schüler schon Unterricht hatten, war es leer in der Großen Halle. Ich setzte mich an unseren Tisch und futterte ein Toast mit Himbeermarmelade. Ich hatte grade abgebissen, da flogen zwei Eulen auf mich zu. Isanagi, die große weiße Schneeeule meines Vaters, und ein gewöhnlicher Waldkauz. Der Waldkauz sah sehr zersaust aus, Isanagi blickte ihn fast herablassend an, beschloss sie zu ignorieren und knabberte dann an meinem Toast. Ich nahm den Waldkauz den Brief ab, sofort machte sie die Eule wieder davon.

Isanagi hatte ein Päckchen von meinen Eltern für mich. Neben Kürbiskuchen und anderen Naschereien enthielt es einen Brief meiner Mutter und ein kleines Kästchen.

Liebe kleine Kaida,

wie geht es dir? Uns geht es allen gut! Du wunderst dich sicher, dass du dein Halloweenpaket schon einige Tag zu früh kriegst, aber dein Vater und ich haben zur Zeit viel zu tun.

In St. Mungos ist viel zu tun, immer häufiger kommen Verletzte oder Verfluchte. Es scheint, als machten die Todesser sich warm für etwas großes. Viele Menschen haben Angst.

Dein Vater ist auf einer Asienreise, um dort nach wirksamen Talismanen zu suchen. Einen hat er schon gefunden. Es ist die Kette deiner Großmutter, sie wird dir gefallen. Auf ihr liegt ein mächtiger Schutzzauber.

Cahal und Rango geht es sehr gut, sie sind allerdings auch unterwegs. Beide besuchen ihren Patenonkel, Rango ist in Deutschland und Cahal in Irland. Vielleicht kommt er auf der Rückreise bei dir vorbei.

Ich hoffe der Kürbiskuchen schmeckt dir! Viele Grüße an deine Freunde.

Bis bald, und pass auf dich auf

Mama Ceridwen


Glücklich legte ich den Brief beiseite und betrachtete das Kästchen. Es war aus Kirschbaumholz und es waren japanische Kirschenblüten darauf gemalt. Vorsichtig öffnete ich das silberne Scharnier. Innen war es mit grüner Seide ausgeschlagen und auf einem dunkelgrünen Seidenkissen lag eine Kette mit einem Anhänger.

Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Die Kette war aus Silber und in jedes zehnte Glied war ein Mondstein gefasst. Der Anhänger war ein Drache aus grüner Jade, so kunstvoll und filigran gearbeitet, dass er fast Lebendig schien. Seine Augen bestanden aus zwei winzigen, runden Smaragden, die vom Kerzenlicht nur so funkelten. Andächtig nahm ich die Kette aus dem Kästchen und legte sie um. Mit einem mal fühlte ich mich unglaublich froh und behütet, auf der Kette musste ein starker Zauber liegen. Ich ließ den Anhänger unter meinen Pullover gleiten, damit niemand ihn sehen konnte.

Gut gelaunt öffnete ich den Brief, den der Waldkauz gebracht hatte, während ich Isanagi mit etwas Kürbiskuchen fütterte.

Der Brief war allem Anschein nach von meinem Bruder Cahal.

Na Kleine?!

Wie geht’s dir? Mir bestens, ich bin bei Onkel Jodokus und Tante Branwen. Ich bin sicher, Mutter hat dir geschrieben. Ich wollte nur Bescheid sagen, dass ich an Halloween nach dem Festmahl nach Hogwarts komme. Habe Dumbledore schon eine Eule geschickt! Viele Liebe Grüße von Tante Branwen, sie meint du machst dich hervorragend als Ravenclaw!

Bis dann

Cahal


Meine Laune war seit dem Aufwachen erheblich gestiegen! Überglücklich, meinen großen Bruder wiederzusehen sprang ich auf und lief hoch in den Gemeinschaftsraum. Ich wollte es unbedingt jemandem erzählen! Als ich außer Atem oben abkam, war jedoch niemand da. Enttäuscht holte ich meine Schultasche und las noch einmal über meine Hausaufgaben für Verwandlung durch. Der Anhänger von meiner Oma fühlte sich auf meiner Haut warm an. Die Schulglocke riss mich aus meinen Gedanken. Schnell packte ich meine Sachen zusammen und machte mich auf den Weg zum Klassenraum. Lisa wartete schon auf mich. Freudestrahlen ging ich auf sie zu.



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